Erste Pflegelotsin im Landkreis Altötting – neues Angebot in der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach
Am 2. Januar eröffnete in der Raiffeisenstraße 2 in Kirchweidach das neue Zentrum für Gesundheit und Pflege „Daheim & Verbunden“. Es wurde mit der ersten Pflegelotsin Anita Zehetmair aus Kirchweidach besetzt, die künftig als zentrale Anlaufstelle für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige in der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach tätig ist. Dazu waren auch die Sternsinger vor Ort und brachten den Haussegen.
Am 15. Januar erhalten die Räumlichkeiten zudem den christlichen Segen von katholischen und evangelischen Geistlichen von Pater Justin Augustin und Pfarrerin Andrea Klopfer.
Die Pflegelotsin ist derzeit mit einer Wochenarbeitszeit von 23 Stunden tätig. Um das Angebot weiter auszubauen und eine verlässliche Erreichbarkeit sicherzustellen, werden ab April zwei weitere Teilzeitstellen geschaffen. Damit entsteht insgesamt eine 1,5‑Vollzeitstelle, die es ermöglicht, feste und bürgerfreundliche Öffnungszeiten anzubieten.
Das Büro der Pflegelotsen ist montags bis freitags vormittags von 9 bis 12 Uhr geöffnet, zusätzlich gibt es eine Sprechzeit am Donnerstag von 14 bis 18 Uhr. Telefonisch ist die Pflegelotsin unter 08623 6133 227 erreichbar und per E‑Mail unter pflege@vg-kirchweidach.de
Die Einführung des Angebots orientierte sich am seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises Altötting. Darin wurde ausdrücklich empfohlen, insbesondere in Landkreiskommunen mit eingeschränkter ambulanter pflegerischer Versorgung die Etablierung von „Pflegelotsen“ zu prüfen. Ziel sei es, Pflegebedürftige und deren Angehörige frühzeitig zu unterstützen.
Wichtig ist dabei die Abgrenzung und gleichzeitige Ergänzung bestehender Strukturen. Im Landkreis Altötting besteht bereits ein Pflegestützpunkt am Landratsamt Altötting, der weiterhin eine zentrale Beratungsstelle darstellt.
Die Pflegelotsin in der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach ergänzt dieses Angebot auf kommunaler Ebene und bietet Unterstützung direkt vor Ort sowie – auf Wunsch – auch im häuslichen Umfeld für die Gemeinden Halsbach, Feichten, Kirchweidach und Tyrlaching.
Pflegelotsen sind ein niedrigschwelliges Hilfs- und Entlastungsangebot für die Pflege daheim, angelehnt an das frühere Modell der „Gemeindeschwestern“. Sie fungieren als Beraterinnen und Ansprechpartnerinnen für alle Fragen rund um das Thema Pflege, erkennen individuelle pflegerische Bedarfe, decken Versorgungslücken auf und unterstützen dabei, diese zu schließen. Zudem leiten sie notwendige pflegerische Maßnahmen ein und bauen tragfähige Netzwerke aus Diensten, Einrichtungen und weiteren Unterstützungsangeboten rund um den jeweiligen Einzelfall auf.
Ein wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit ist die Lotsenfunktion durch das Gesundheits- und Pflegewesen, das für viele Betroffene schwer überschaubar ist. Die Pflegelotsin versteht sich als zugehendes Angebot und führt bei Bedarf auch Hausbesuche durch, um die persönliche Situation besser einschätzen und passgenaue Hilfen vermitteln zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige.
Parallel dazu bleiben die Generationenbüros und das Quartiersmanagement der Gemeinde Kirchweidach mit Robert Meisner und der Gemeinde Tyrlaching mit Bettina Kolbeck ein zentraler Baustein der Seniorenarbeit. Während die Generationenbüros auf Prävention, Begegnung und Aktivität für selbstständige Seniorinnen und Senioren ausgerichtet ist, konzentriert sich die Pflegelotsin auf die Begleitung pflegebedürftiger Menschen und deren Angehörigen. Gemeinsam tragen beide Bereiche dazu bei, das Älterwerden in der Verwaltungsgemeinschaft ganzheitlich zu begleiten- von Aktivität und Vorsorge bis hin zu Beratung und Begleitung im Pflegefall.
Der Aufbau von Pflegelotsen wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege im Rahmen der Förderrichtlinie „Gute Pflege daheim in Bayern“ gefördert. Mit der Einführung der ersten Pflegelotsin im Landkreis Altötting und dem geplanten personellen Ausbau setzt die Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach ein deutliches Zeichen für eine zukunftsfähige, wohnortnahe Pflege- und Seniorenarbeit.
Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des Wunsches vieler Seniorinnen und Senioren, möglichst lange im vertrauten Umfeld bleiben zu können, sowie des politischen Leitgedankens „ambulant vor stationär“, wird dieses Angebot künftig weiter an Bedeutung gewinnen.



