Ein Blick bei Künstlerin Emilia Bayer aus Tyrlaching

Pfarrverband Kirchweidach am 12.05.2025

Ein Blick bei Künstlerin Emilia Bayer aus Tyrlaching. Bürgermeister Zepper gratulierte auch zum Geburtstag.

Auch mit 91. Jah­ren ist die Diplom Bild­haue­rin und Kera­mi­ke­rin künst­le­risch aktiv. Gera­de hat sie sich von einem Spruch Goe­thes inspi­rie­ren las­sen ​„Musik ist flüs­si­ge Archi­tek­tur und Archi­tek­tur ist gefro­re­ne Musik“, dazu will die Künst­le­rin eine grö­ße­re Skulp­tur gestal­ten, ​„die Anfän­ge dazu sind schon gemacht“, erzählt Emi­lia Bay­er. Die mehr­fach aus­ge­zeich­ne­te Künst­le­rin lebt nun­mehr seit fast 20 Jah­ren in der Gemein­de Tyr­laching und fühlt sich gemein­sam mit ihrem Ehe­mann hier sehr wohl. Bei sei­nem Besuch freu­te sich Bür­ger­meis­ter Andre­as Zep­per, dass die Jubi­la­rin trotz ihres hohen Alters immer noch so fit ist und ihrer künst­le­ri­schen Arbeit nach­ge­hen kann. 

Emi­lia Bay­er wur­de am 5. Mai 1934 in Sophia in Bul­ga­ri­en gebo­ren, wuchs aber in Deutsch­land auf. Zum Stu­di­um kehr­te sie in ihre Geburts­stadt zurück und stu­dier­te dort an der Aka­de­mie der Küns­te Bild­haue­rei und Kera­mik. Nach ihrem Diplom­ab­schuss 1964 arbei­te­te sie frei­be­ruf­lich als Bild­haue­rin. Ihre Arbei­ten wur­den auf natio­na­len und inter­na­tio­na­len Aus­stel­lun­gen mit Aus­zeich­nun­gen dotiert. In einem Cre­do sagt Emi­lia Bay­er über ihre Arbei­ten: ​„Mei­ne Skulp­tu­ren und Bil­der sind ein exak­ter Aus­druck mei­ner Gedan­ken und Gefüh­le. Für mich ist Kunst die höchs­te Form der Ero­tik und des Kamp­fes gegen die Furcht vor dem Tod“. 

Über­wie­gend beschäf­tig­te sie sich mit ​„Kunst am Bau“, aber auch ange­wand­te Gra­fik, Flie­sen­ma­le­rei, figür­li­ches Por­zel­lan. Die Ölpas­tell­ma­le­rei fin­det man in ihren Arbei­ten immer wie­der. Zu ihren größ­ten Arbei­ten zäh­len die sechs Beton­re­li­efs am Fried­rich­stadt-Palast in Ber­lin sowie Kera­mik-Reli­efs im dor­ti­gen Künst­ler-Casi­no. Zahl­rei­che über­le­bens­gro­ße Figu­ren von ihr geschmück­ten Parks und öffent­li­che Gebäu­de in Ber­lin und Han­no­ver sowie in zahl­rei­chen Städ­ten in Bul­ga­ri­en. So schmückt ein rund 240 Qua­drat­me­ter gro­ßes Stein­re­li­ef das Thea­ter in Sofia. Ver­gan­ge­nen Som­mer wür­dig­te eine Doku­men­ta­ti­ons­aus­stel­lung in der Nati­on Gal­lery in Sofia in Bul­ga­ri­en, das künst­le­ri­sche Wir­ken von ihr. Emi­lia Bayer’s Arbei­ten wur­den auch in zahl­rei­chen Städ­ten aus­ge­stellt, dar­un­ter in New York, Wien, Ham­burg und Ber­lin. Aber auch in unse­rer nähe­ren Umge­bung, so in Trost­berg, Burg­hau­sen und Mün­chen waren ihre Wer­ke zu besich­ti­gen. Für ihr künst­le­ri­sches Schaf­fen erhielt Emi­lia Bay­er zahl­rei­che Aus­zeich­nung; so den Orden Kyrill und Metho­di des bul­ga­ri­schen Staa­tes für ihr künst­le­ri­sches Gesamt­werk 1984, eine Aus­zeich­nung für bes­te Arbeit auf einer inter­na­tio­na­len Aus­stel­lung in Wien (1958) und die Ehrung der Inter­na­tio­na­len Kera­mik-Bien­na­le Faen­za (1974). Wer­ke von Emi­lia Bay­er befin­den sich dau­er­haft in New York, Bos­ton, Seat­tle, Paris, Han­no­ver, Ber­lin, Leip­zig, Wies­ba­den, Faen­za (Muse­um), Avez­za­no, Genf, Mos­kau, War­schau, Kra­kau, Sopot, Sofia (Natio­nal-Gale­rie), Mün­chen, Trost­berg und Bad Rei­chen­hall. ​„Dar­über bin ich schon sehr glück­lich und auch stolz, denn so bleibt doch etwas von mei­nem künst­le­ri­schen Schaf­fen, auch wenn ich nicht mehr bin“, so die Jubilarin. 

Emi­lia Bay­er leb­te vie­le Jah­re in Ost­ber­lin. Spä­ter zog es sie nach Bay­ern, ​„weil ich die Ber­ge so Lie­be“, erzähl­te sie. Nach der Wen­de über­sie­del­te sie noch­mals nach Ber­lin, kam aber wie­der nach Bay­ern zurück. Seit nun­mehr 18 Jah­ren lebt sie mit ihrem Mann, mit dem sie 1970 die Ehe schloss, in Tyr­laching. Aus der glück­li­chen Ehe ging eine Toch­ter her­vor, die ihr wie­der­um einen Enkel­sohn geschenkt hat. Lei­der lebt die Fami­lie in Sin­ga­pur, ​„was mein Mann und ich sehr bedau­ern – da Besu­che nur sel­ten mög­lich sind“, so die Künst­le­rin. Emi­lia Bay­er erfreut sich noch guter Gesund­heit und ist immer noch künst­le­risch aktiv – ​„denn ohne mei­ne Kunst könn­te ich nicht sein, sie gehört ein­fach zu mei­nem Leben“, betont Emi­lia Bay­er. Über­all in Haus und Gar­ten fin­den sich Bil­der, Figu­ren und künst­le­ri­sche Wer­ke, wel­che die viel­fäl­ti­ge, künst­le­ri­sche Schaf­fens­kraft der Jubi­la­rin zei­gen. Ger­ne öff­net die Jubi­la­rin ihre Gale­rie auch für Besu­cher, die sich für ihre künst­le­ri­sche Arbei­ten interessieren. 

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