Die Begeisterung aller Teilnehmer und der Tausenden von Schaulustigen, geschätzte 7500, spiegelte sich in der festlichen Atmosphäre, dem prächtigen alten Brauchtum mit geschmückten Pferden sowie der religiösen Bedeutung und der Verbundenheit in der Gemeinschaft wider. Dieser Festtag zu Ehren des Heiligen Leonhard, dem Schutzpatron der Nutztiere, hatte die große Resonanz wirklich verdient. Viele waren hingerissen von all den auf das Beste herausgeputzten über 150 Rössern, den zahlreichen Festwagen und Gespannen. Die prachtvoll geschmückten Rösser waren zumeist muskelbepacke Vertreter der Kaltblutrasse voller Pferdeglanz. Die Festwagen waren bei Herbstwetter, mit Beginn des Fest-Rittes hörte auch der Regenschauer auf, gerade von den einheimischen Vereinen sehr festlich gestaltet worden, sei es mit beeindruckenden Szenen des Heiligen Leonhard, der kirchlichen Pfarrgemeinde oder aus dem bäuerlichen Leben. Mit dabei waren auch etwa die Kindergartenkinder, von der Schule, dem Gemeinderat oder die Fahnenabordnungen der Vereine jeweils auf schön geschmückten Wägen. Sehr ansprechend passten dazu auch die verschiedenen Kirchenmodelle und Heiligenfiguren. Historisch gekleidete Reiterinnen und Reiter der teilnehmenden Georgi- und Reitervereinen wurden ebenfalls bewundert, genauso wie die Trachtengruppen. In den Gespannen und Wägen waren weiterhin Persönlichkeiten aus der Gemeinde‑, Verwaltungsgemeinschaft und Landkreispolitik sowie kirchliche Würdenträger vertreten. Die einzelnen Formationsabschnitte des Festzuges wurden jeweils von den Musikkapellen aus Feichten, Tyrlaching, Kirchweidach und von den Martinsbläser aus Halsbach angeführt, sie alle hatten bereits gegen Mittag ein Standkonzert auf dem Dorfplatz zum Besten gegeben.
Die Zuschauer aus näherer und weiterer Umgebung zollten allen Beteiligten des Leonhardi-Fest-Ritts viel Anerkennung und so manchen Applaus für ein schön geschmücktes Pferdegespann und den prachtvollen Motivwagen und Kutschen. Nach dem Umzug durch den Ortskern führte der Ritt an der Pfarrkirche St. Vitus vorbei. Hier spendete Pfarrer Justin August Ross und Reiter den schützenden Leonhardi-Segen. Den Mitgliedern des Leonhardi-Vereins mit Organisator Thomas Gierlinger galten anerkennende Worte für die Gesamtorganisation des Fest-Rittes. Dazu zählte auch im Vorfeld das mehr als gelungene Markttreiben auf dem Festplatz. Die gesamte Leonhardi- Vorstandschaft um Vorsitzenden Georg Gierlinger, der auch für die Moderation des Ritts zuständig war, bedankten sich bei allen Mitwirkenden, Helferinnen und Helfern und Sponsoren des 294. Fest-Ritts. In der Gemeinde Kirchweidach reicht die Verehrung des Heiligen Leonhard bis in das 15. Jahrhundert zurück. Als im Jahre 1714 Viehseuchen, die Pest und eine große Hungersnot im Dorf wüteten, wurde durch ein Gelöbnis die Grundlage für den alljährlich stattfindenden Ritt gelegt. Dies dokumentierte auch der Festgottesdienst am Morgen in der Pfarrkirche St. Vitus mit Pater Justin Augustin und Ruhestandspfarrer Jakob Krowiak gemeinsam mit dem Familien-Singkreis.
- Bild 1
-
Zum 294. Leonhardi-Ritt begrüßten diese jungen Männer als Taferlbuam.
- Bild 2
-
Der Heilige St. Leonhard (Willi Vorbuchner) mit seinen Schutzengelchen.
- Bild 3
-
Tausende von Besuchern säumten die Dorfmitte beim 294. Leonhardt-Ritt.
- Bild 4
-
Auch die Schul- und Kindergartenkinder nahmen bei der Pferdewallfahrt teil.
- Bild 5
-
Die Segnung von Ross und Reitern nahm Pfarrer Justin Augustin vor der Pfarrkirche vor.



